Nina Wagner wollte doch nur eins…ein Date mit einem richtigen Mann. Dafür nutzte sie wie viele die Geschlechtskrankheitentauschbörse „Tinder“ – das hatte sie jetzt davon:

Exklusive Leseprobe für Suplex Leser*_Innen:

„Als ich mir noch ein Bier holen will, hält mich jemand am Arm fest. Ich gucke ihn irritiert an und es dauert einen oder zwei Momente, bis ich checke, dass es mein Tinderdate ist.

„Ey hallo bischt du die Nina?“ brüllt er mir ins Ohr „Isch bin de Mischael!“ Oh. Hallo Michael. Hallo Dialekt.

Naja, ich will ihn nicht sofort verurteilen. Kann ja sein, dass er vor lauter Aufregung kurz vergessen hat Hochdeutsch zu sprechen. Er fragt, was ich trinken möchte. „Vodka Soda Lime bitte, ich gehe kurz aufs Klo, okay?“ Als ich wieder komme, steht er etwas irritiert an der Bar, mit einem Bier und einem Vodka Redbull. „Der Barkeeper hat net verstande was isch bestellt hab, sorry, musste weider Bier drinke, Niiina.“

Er lacht übertrieben laut. Ich gucke kurz zum Barkeeper, den ich flüchtig kenne und als er sieht, dass der seltsam sprechende Mensch zu mir gehört, lehnt er sich über den Tresen und sagt: „Weeßte was der bestellt hat!? Zwee Vodka Soda light! Hab ick ihm jesacht, dit ham wa nich, hat er nich vastanden, wa!“ Hm ja, klassische Kommunikationsproblematik. Oder Komik. Ich weiß es nicht genau, ist auch egal, trink ich halt weiter Bier.

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So (oder so ähnlich) sah er wohl aus…de Mischael. <3

Wir schieben uns auf die Tanzfläche, ich beobachte ihn eine Weile. Er trägt einen schwarzen Trenchcoat und schwarze enge Jeans, soweit so gut. Sein Gesicht ist wirklich sehr schön, vielleicht kann man doch noch was retten, denke ich mir angeschwipst. Aber dann zieht er seine Jacke aus.

Seine asymmetrisch geknöpfter Cardigan in allen Ehren, aber die riesige prollige Armbanduhr, die Holzperlenkette mit Kreuzanhänger und das enge Shirt mit zu tiefem V-Ausschnitt über seiner gebräunten, akribisch rasierten Brust, kann ich ihm nicht verzeihen. Die Kombination mit seinem Dialekt ist tödlich.

Das hab ich jetzt davon, so einfach geht das nämlich. Zu schnell verabredet, nicht weiter geschrieben, sich nicht auf den Zahn gefühlt, und zack, verpasst dir Tinder die wohl verdiente Nackenschelle. Was mache ich denn jetzt? Ich habe keine Wahl, ich muss ehrlich sein, alles andere wäre unfair und in erster Linie unangenehm. Man muss ja nicht weiter schweigend nebeneinander rumstehen, nur weil man sich nicht traut, dem anderen zu sagen, dass man sich echt nicht anziehend findet. Also Hand aufs Herz. „Michael, sei mir nicht böse, aber das mit uns wird nicht funktionieren. Sorry, echt.“
Und Michael reagiert so entspannt und cool, dass ich ihn schon fast sympathisch finde! „Isch doch kein Probleeeeem Nina, sau gut, dass de so ehrlich bischt! Wir verabschieden uns mit einer Ghettofaust und ich gehe lachend wieder alleine tanzen.“


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Nina Wagner ist 27 und lebt in Berlin. Nach acht Jahren dramatischer Beziehung trennt sie
sich, bricht ihr Studium ab, arbeitet in den angesagtesten Clubs und st(r)eift durch das Berliner Nachtleben. Sie bloggt für das Online-Single-Magazin www.imgegenteil.de, wo sie »Head of Sexy Times« ist.

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Wie? Hier unter dem Artikel ist eine FB-Comment Box. Kommentiert rein und setzt das Häkchen bei „Auch auf Facebook posten“. Schreibt irgendwas schweinisches rein – das mögen wir.

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Das Buch enthält auch eine Reihe von Zeichnungen der Künstlerin Apollonia Saintclair, die wir auch hier in dem Artikel verwenden dürften – danke.

Fotos mit freundlicher Genehmigung von SPCKMGNT PHOTOGRAPHY

 

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